Apostel Harburg

Bin ich genug? Impuls für den 8. Mai

Mache ich genug? Ist das, was ich leiste ausreichend? Bin ich denn gut genug für dieses und jenes? Hätte ich nicht noch hier…
Solche Fragen stelle ich mir immer wieder. Manchmal, wenn es nur um mich geht. Noch öfter dann, wenn was ich tue andere betrifft. Manchmal in der Planung und Vorbereitung. Da kann der Gedanken gut sein. Ein Check, was Wichtiges noch fehlt und was nochmal zu überdenken ist. Aber oft auch dann, wenn ich schon mitten in einer Sache stecke oder sogar im Nachhinein, wenn sich eh nichts mehr ändern lässt. Und ich weiß, dass ich mit solchen Gedanken nicht allein bin. Erst neulich habe ich mit einem Freund gesprochen, der von ähnlichen Überlegungen berichtet hat. Dabei kann ich bei ihm, als Außenstehender, ganz deutlich erkennen, dass er mehr als genug getan hat. Er hat alles gegeben, was er konnte. Warum hinterfragt er sich dann so stark?

Manchmal ist unser größter Kritiker der Typ im Spiegel. Der, der mich anblickt und hinterfragt, wie kein anderer. Weil er noch genauer weiß als sonst jemand, wo Schwächen und Unzulänglichkeiten versteckt sind. Wo etwas nicht so war, wie ich es eigentlich haben wollte. Wo ich nicht so toll bin, wie ich es gerne wäre. Und dabei übersieht er, was schon alles tolles da ist. Oder verdrängt es für den Moment.

Aber für Gott muss ich nicht Perfekt sein. Ganz im Gegenteil sogar. Er nimmt meine Schwächen, mein „ungenügend sein“ nicht nur an, er nutzt es sogar für sich:
„ Aber der Herr hat zu mir gesagt: »Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.«“ So schreibt Paulus im 2. Brief an die Korinther in Kapitel 12, Vers 9 (Gute Nachricht Bibel). Gott nutzt meine Schwäche. Er wirkt in ihr. Und dadurch zeigt sich, wie groß er ist. Für andere, die sehen, wozu „ich“ auf einmal fähig bin. Aber auch für mich, der genau merken kann, was nicht aus meiner eigenen Kraft kommt. Und der Vers ist noch nicht fertig. Paulus zieht aus dieser Erkenntnis einen Schluss:
„Jetzt trage ich meine Schwäche gern, ja, ich bin stolz darauf, weil dann Christus seine Kraft an mir erweisen kann.“ Ich muss mich nicht schämen für das, was ich nicht kann. Muss nicht perfekt sein, nein ganz im Gegenteil. Ich gebe mein Bestes in meiner Schwäche, und darf darauf vertrauen, dass Jesus das nutzt, was ich gebe, um in meiner Schwäche stark zu sein. Er trägt mich und hilft auch in meiner Schwäche den Menschen, die er liebt. Meinen nächsten; und mir.

Euer Joss